Konrad III. von Bibra *um 1490
Fürstbischof von Würzburg 1540-1544

Konrad von Bibra entstammt einem fränkischen Adelsgeschlecht. Er studiert in Köln, Bologna, Erfurt und Ingolstadt und wird 1520 Domkapitular in Würzburg. Im Bauernkrieg 1525 gehört er zu den Verteidigern der belagerten Festung Marienberg. Im April 1540 wird er Prior des Klosters Neumünster und noch im Juli des gleichen Jahres überraschend und einstimmig zum Bischof gewählt.

„Man führte den Neuerwählten um 9 Uhr … aus dem Kapitelsaale in den Dom und setzte ihn dort auf den hohen Altar …. Der Chor stimmte das Te Deum laudamos an, wozu mit allen Glocken der Stadt geläutet wurde. Er nahm sodann seinen Stuhl im Chore ein und begab sich in die Kanzlei, wo er mit den Kapitelsherren und anderen Adeligen speiste. Nach dem Essen ritten diese Alle mit ihm auf den Frauenberg und übergaben ihm das Schloß mit Allem, was darinnen.“

Als 1542 die Pest ausbricht, verläßt Konrad Würzburg und nimmt Zuflucht auf der Burg Aschach. Die Bischofschronik von Ignaz Gropp erwähnt nicht, dass Konrad von Bibra siebenmal erfolglos von Rom aufgefordert wird, die Priester- und Bischofsweihe zu empfangen. Ebenso erscheint er trotz kaiserlicher Mahnungen auf keinem Reichstag und entschuldigt sich auch bei Papst Paul III. für das 1542 nach Trient einberufene Konzil. Sein Liebesleben liefert Martin Luther anschauliche Argumente für die Kritik an den Zuständen in der Amtskirche. Da Konrad an die Moral seiner Mitmenschen höhere Ansprüche stellt, schreibt Luther ironisch „Der Bischof von Würzburg läßt sich ansehen, als hielt er‘s schier mit uns, denn er leidet, dass die Chorschüler Nonnen zu der Ehe nehmen.“ Dass Konrad Kinder hinterlässt, wäre zu dieser Zeit kaum überliefernswert gewesen, wenn nicht ausgerechnet der Ehemann seiner Tochter, Christoph Krätzer, 1558 zum Mörder seines Nachfolgers Fürstbischof Melchior Zobel von Giebelstadt geworden wäre. Hintergrund sind die sogenannten „Grumbachschen Händel“ über die in der Folge noch zu berichten sein wird.

Konrad stirbt 1544, die Eingeweide werden auf dem Frauenberg, der Leichnam im Dom beigesetzt.

In die Zeit von Fürstbischof Konrad von Bibra fällt auch die Ernte des „Jahrtausendweines“ 1540. Die letzte bekannte Flasche des ältesten datierten Jahrganges aller Weine, ein „Steinwein“ stammt ursprünglich aus bischöflichem Besitz und wird heute als kostbare Rarität hinter Panzerglas in der Schatzkammer des Würzburger Bürgerspitals aufbewahrt.

Grabmal des Fürstbischofs im Würzburger Dom
Sich von Johann Salver aus dem 18. Jahrhundert

weiter mit: Melchior Zobel von Giebelstadt (1544 - 1558)

oder: zurück zur Übersicht


Diese Seite ausdrucken