1455 - 1466 Johann III. von Grumbach

Johann III. von Grumbach soll eine kämpferische Natur gewesen sein und er ist während seiner Amtszeit in zahlreiche Fehden verwickelt. Schon kurz nach Amtsantritt legt er sich mit dem mächtigen Erzbischof von Mainz an, als er die Rückgabe der verpfändeten Stadt Ochsenfurt verlangt.

Als die Grafschaft Castell 1457 in wirtschaftliche Not gerät, erreicht Johann III. die Eingliederung in das Bistum Würzburg. Er vergibt das Territorium gnädig als Lehen an den Grafen Wilhelm zu Castell.

Die Grafschaft Castell wird zum Würzburger Stiftslehen gemacht
Illustration des Würzburger Hofmalers Martin Seger zur Fries'schen Bischofschronik

Als Markgraf Achilles von Brandenburg 1458 die Stadt Widdern angreifen will, erklärt sich Johann als Lehnsherr der Stadt zunächst bereit, diese gemeinsam mit dem Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz zu verteidigen. Als die Überlegenheit der Gegner deutlich wird, werden allerdings Kämpfe vermieden und die Stadt dem Gegner überlassen.

Markgraf Albrecht Achulles zieht mit seinem Heer nach Widdern
Illustration des Würzburger Hofmalers Martin Seger zur Fries'schen Bischofschronik

Wenige Jahre später - 1462 - rächt sich Johann durch die Eroberung der markgräflichen Städte Scheinfeld, Geiselwind und Prichsenstadt. Die andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen werden erst durch die Vermittlung des Böhmischen Königs Georg in Friedensverhandlungen beigelegt.

Bischof Johann III. belagert mit seinen Truppen eine markgräfliche Stadt
Illustration des Würzburger Hofmalers Martin Seger zur Fries'schen Bischofschronik

Der König von Böhmen vermittelt zwischen dem Bischof und dem Markgrafen
Illustration des Würzburger Hofmalers Martin Seger zur Fries'schen Bischofschronik

Wegen Ausschreitungen Bambergs gegen die Würzburg zugehörige Gemeinde Stetfeld ließ der Bischof einen Weintransport Bamberger Bürger angreifen und die Fracht beschlagnahmen. Die Streitigkeiten eskalierten bis sie schließlich 1465 durch die Vermittlung des Bischofs von Eichstätt beendet wurden. Die persönliche Abneigung zwischen den Bischöfen bestand allerdings weiter – sie beleidigten sich wechselseitig, beteiligten sich an Verhandlungen nie mehr persönlich, sondern überließen diese ihren Domkapiteln.