1443 - 1455 Gottfried IV. von Limpurg

Gottfried IV. von Limpurg übernahm 1443 auf Weisung des  Papstes das verarmte und verschuldete Bistum. Sein Vorgänger, Sigismund von Sachsen, hatte wegen der fortdauernden Misswirtschaft sein Amt aufgeben und in die Verbannung gehen müssen. Dem neuen Bischof gelang es, die Finanzen zu sanieren - allerdings auch durch die Vertreibung von Juden, bei denen das Bistum verschuldet war.

Gottfried trägt dauerhaft den Titel Herzog von Franken, der von drei seiner unmittelbaren Vorgänger nur sporadisch gebraucht worden war. Sie ist seitdem bei all seinen Nachfolgern bleibender Bestandteil der Würzburger Bischofswürde.

Wegen Gebietsstreitigkeiten um die Stadt Hassfurt kam es 1448 zur Fehde mit Herzog Wilhelm III. von Sachsen, bei der beide Seiten jeweils Städte und Klöster der Gegenseite verheerten. Um die Auseinandersetzungen zu beenden, bemühten sich sogar die Erzbischöfe Dietrich von Mainz und Jakob von Trier zwischen den Parteien zu schlichten und reisten gemeinsam mit anderen Reichsfürsten zu Friedensverhandlungen nach Bamberg, wo sich Bischof Gottfried mit einer Streitmacht von 1.350 Pferden einfand, um seine militärische Macht zu unterstreichen. Die Versöhnung der beiden Parteien gelang dennoch.

Feldzug des Bischofs Gottfried IV. gegen Herzog Wilhelm III. von Sachsen 1448
Illustration des Würzburger Hofmalers Martin Seger zur Fries'schen Bischofschronik

Um 1453 lässt Gottfried neue Münzen prägen, da der Materialwert der bisher verwendeten Würzburger Stücke so hoch war, dass sie ständig in anderen Hoheitsgebieten eingeschmolzen wurden.  

Münzprägung in Würzburg 1453
Illustration des Würzburger Hofmalers Martin Seger zur Fries'schen Bischofschronik

Der Tod von Gottfried IV. soll als Folge einer ausgelassenen Feier in einem Wirtshaus zu Bischofsheim eingetreten sein. Der Bischof habe "wacker gezecht und getanzt" wobei er seine Leber derart geschädigt habe, dass er bettlägerig geworden und nach wenigen Tagen gestorben sei. Er erhielt ein Grabmal im Dom, das heute noch erhalten ist.

Grabmal für Bischof Gottfried IV. von Limpurg

weiter mit: Johann II. von Grumbach (1455 - 1466)

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