Aus der Schönheitengalerie von Ludwig I.
im Schloß Nymphenburg, München


Alexandra Amalie *1825 Aschaffenburg +1875 München
Gemälde von Joseph Karl Stieler 1845 – Schloss Nymphenburg, München
Einziges Kind von König Ludwig I. und seiner Frau Therese, das im Aschaffenburger Schloss zur Welt kam.
Die Aschaffenburger Zeitung berichtet an 26. August 1826: „Heute abends um 5 Uhr 18 Minuten sind ihre Majestät von einer Prinzessin glücklich entbunden worden. Der Donner der Canonen und das Geläute der Glocken verkündigte dieses höchsterfreuliche Ereignis. Die durchlauchtigste Wöchnerin und die neu geborene Prinzessin befinden sich wohl.“
Alexandra litt später unter schweren psychischen Störungen, einem extremen Reinlichkeitswahn, der Wahnvorstellung ein Klavier verschluckt zu haben und der Furcht vor Berührungen. Dieser Umstand verhinderte ein normales Leben mit Ehe und Nachkommen. Sie wurde im Bereich der Armenfürsorge zur Wohltäterin der Stadt Aschaffenburg, die 1847 die Alexandrastraße nach ihr benannte.


Caroline Lizius *1824 in Aschaffenburg +1908 Köln

Gemälde von Joseph Karl Stieler 1842 – Schloss Nymphenburg, München
Caroline Lizius gilt als Geliebte von König Ludwig I., der sie bereits um 1840, also im zarten Alter von 16 Jahren von Joseph Karl Stieler für seine Schönheitengalerie malen ließ. Dieses Bild erfüllte wohl nicht die Erwartungen des Königs und fand nicht den Weg in die Galerie – vielleicht aber auch deswegen, weil Caroline einfach noch zu jung war. Dieses erste Bild galt als verschollen, bis es 2015 bei einer Auktion in Hannover wieder auftauchte.
Das hier gezeigte Gemälde von Stieler entstand zwei Jahre später und fand königliche Zustimmung. Ludwig vermachte Caroline testamentarisch 24.000 Gulden für den Fall, dass sie bei seinem Tode noch ledig sei. Der Hofarchitekt Leo von Klenze reklamierte unpassende Ernennungen und Beförderungen ihrer Verwandten. Tatsächlich wurde Carolines Vater in eine einträgliche Position nach München versetzt. Als Ludwig 1859 Caroline noch einmal wiedertrifft, notiert er in sein Tagebuch: „Schön war sie, ist es nicht mehr.“


Lola Montez *1821 Grange Irland +1861 New York

Gemälde von Joseph Karl Stieler 1847 – Schloss Nymphenburg, München
Bewarb sich 1846 als angeblich spanische Tänzerin in München am königlichen Theater. Als sie abgelehnt wurde, gelang ihr eine Audienz bei König Ludwig I., der sich spontan verliebt haben soll. Er verfügte, dass sie zumindest in den Pausen des aktuellen Stückes auftreten durfte. Das Stück hieß passenderweise „Der verwunschene Prinz“.
Ludwig gewährte Lola eine großzügige Apanage und vermachte ihr eine Villa nahe der Residenz. Ihr provokantes öffentliches Auftreten löste in München mehrfach Unruhen aus. Man unterstellte ihr auch, dass sie den König politisch beeinflusste. Als Ludwig die Einbürgerung gegen den Willen des ersten Ministers durchsetzte, obwohl sie über keine Personalpapiere verfügte, trat das gesamte Bayerische Kabinett geschlossen zurück. Ludwig blieb unbeirrt und dokumentierte seine maßlose Zuneigung in unzähligen Briefen und Gedichten. Letztlich ernannte er sie sogar mit einer in Aschaffenburg ausgestellten Urkunde zur Gräfin.
Nach weiteren Unruhen und vor dem Hintergrund der revolutionären Stimmung in Europa fürchtete Ludwig einen Aufstand und trat 1848 zugunsten seines Sohnes Maximilian zurück. Lola, die vor und nach München weitere Skandale ausgelöst hatte, fand schließlich Ihre Berufung als hochgeachtete und finanziell erfolgreiche Vortragskünstlerin mit Lebensmittelpunkt in New York, wo sie - noch nicht einmal 40-jährig - 1861 verstarb.

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