Franz Ludwig von Pfalz - Neuburg
Kurfürst und Erzbischof von Mainz 1729 - 1732
Gemälde im Schlossmuseum der Stadt Aschaffenburg

Der neue Erzbischof war ein wittelsbachischer Prinz, Schwager Kaiser Leopolds I. und Onkel Karls IV. Er führte einen tadelsfreien Lebenswandel und war ein fähiger Regent. Bemerkenswert ist allerdings seine hemmungslose Anhäufung von Kirchenpfründen. Schon mit 19 Jahren wurde er Bischof von Breslau und 1694, dreißigjährig, Bischof von Worms sowie Hoch- und Deutschmeister. 1717 schließlich wurde er Erzbischof und Kurfürst von Trier. Ein Amt, das er zu seinem großen Bedauern mit der Wahl nach Mainz aufgeben musste. Er ließ sich zeitlebens weder zum Bischof noch zum Priester weihen und konnte neben der weltlichen Regierungsgewalt dennoch auch die geistliche Gewalt ausüben, da diese von der sakramentalen Weihe unabhängig war. In seiner kurzen Regierungszeit entfaltete er großen Prunk und erbaute in Mainz das prächtige Deutschhaus neben dem kurfürstlichen Schloß. Heute residiert darin der Rheinland-Pfälzische Landtag. Sein Grab erhielt er auf eigenen Wunsch in der von ihm beauftragten kurfürstlichen Kapelle in seinem Bistum Breslau.

Eigenhändige Unterschrift des Kurfürsten
in einem Schreiben aus dem Jahr 1731

weiter mit : Philipp Karl von Eltz (1732 - 1743)

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