Johann Schweickard von Kronberg
Kurfürst und Erzbischof von Mainz 1604 - 1626
Gemälde im Schlossmuseum der Stadt Aschaffenburg


Mit Johann Schweickard von Kronberg kam erstmals ein durch die Jesuiten im römischen Germanicum ausgebildeter Theologe auf den Mainzer Stuhl. Er entstammte einem der ältesten Geschlechter des Erzstiftes und verfügte über einträgige Pfründe. Sein Mitbewerber, der Würzburger Bischof Julius Echter von Mespelbrunn scheiterte wie zuvor schon 1582. Johann Schweickard hatte sich in seiner Wahlkapitulation verpflichtet, das zerstörte Schloß in Aschaffenburg wieder aufzubauen und beauftragte mit dieser Maßnahme schon im ersten Regierungsjahr den Straßburger Architekten Georg Ridinger. Der Bergfried der alten Bischofsresidenz wurde erhalten und in den Neubau einbezogen. Er erinnert heute noch an die 1552 niedergebrannte Burg.

Johann Schweickard krönte die Habsburger Könige Matthias (1612-19) und dessen Nachfolger Ferdinand II. (1619-1637), für den nach der Frankfurter Krönungsfeier am 19. September 1619 im neuen Schloß eine festliche Hoftafel abgehalten wurde. Schweickard erließ er eine umfassende Rechtsordnung für das Erzstift, das alle vorherigen kirchenreformatorischen Maßnahmen für das sittliche und kirchliche Leben zusammenfaßte. Erstmals gab es auch wieder, die durch die reformatorischen Wirren unterbrochene traditionelle Wallfahrt von Aschaffenburg aus nach Walldürn. Wegen der immer größer werdenden Pilgermassen mußte zu dem ursprünglichen Wallfahrtstag, dem Sonntag der Fronleichnamswoche, auch noch der Samstag und der Montag hinzugenommen werden. Nach Aschaffenburg berief er Jesuiten und Kapuziner. Auch der Bau der Jesuitenkirche in der später seine Intestina beigesetzt wurde und der Bau des Kapuzinerklosters fällt in seine Zeit Unter dem Gegensatz des protestantischen Böhmens und den katholischen Habsburgern begann in der Amtszeit Johann Schweickards 1618 der 30-jährige Krieg. Auch Aschaffenburg war von den Kriegswirren betroffen, deren Ende der Erzbischof nicht mehr erlebte. Er starb 1626 in seinem neuen Aschaffenburger Schloß. Obwohl er eine der herausragenden Persönlichkeiten auf dem Mainzer Bischofsstuhl war, erhielt er wegen den Umständen der Zeit kein Grabmal im steinernen Geschichtsbuch des Mainzer Domes. Mit dem Schlossbau in Aschaffenburg hat er sich aber selbst ein bleibendes Denkmal gesetzt.


Das neue Schloss im Stadtbild - aus dem sogenannten Ridingerwerk von 1619

Joanes Suicardus, 7. Juli 1614
Schluß eines Briefes an den Landgrafen Ludwig von Hessen betr. die Türkensteuer.
Im neuen Schloß geschrieben - mit eigenhändiger Unterschrift des Kurfürsten


Gedenkmünze zum Schloßbau (1619)
Sub umbra alarum tuarum - Unter dem Schatten deiner Fügel

Das Schloß in der "Sciographia Cosmica" 1619 - bekannt als "Meisners Schatzkästlein"
Der Künstler verwendet den Kupferstich von Ridinger als Vorlage - von diesem Vorgehen stammt der Begriff "abgekupfert" 

Trostpredigt des Jesuitenpaters Johann Reinhard Ziegler zum Ableben des Kurfürsten Johann Schweickard von Kronberg - 1626

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